Ja, ich gebe zu der letzte Beitrag war nicht gerade voller Erzählungen.
Also, die ganze Enttäuschung (okay, so schlimm wars dann auch wieder nicht) begann mit einer etwa halbstündigen Bootsfahrt auf einem Boot, auf das etwa 50 Leute passen. Es waren wohl auch Wale da, einmal habe ich ein Auspusten gesehen, das wohl wirklich keine Einbildung war. Martin hat ein paar Mal mehr ein Pusten gesehen und wohl auch eine Flosse.
Ein weiteres Mal werden wir den Versuch, Wale zu sichten, nicht unternehmen, denn wir befinden uns schon am Ende der Wal-Guck-Saison. Jetzt im Sommer ziehen die Wale in Richtung Antarktis in kältere Gewässer.
Nach der mehr oder weniger befriedigenden Tour habe mir einen Hut gekauft, mit breiter Krempe, und damit ist meine Sonnenschutzausrüstung dann komplett. Aber auch ohne den neuen tollen Hut hatte ich bisher noch keinen Sonnenbrand. Allerdings besitze ich jetzt auch etwas, das ich noch nie verwendet habe: After-Sun-Lotion mit Aloe Vera und Sprühkopf :) Zugegebenermaßen läßt der Sommer hier auch etwas auf sich warten. Am Montag haben wir ganz Australier-mäßig gegrillt, auf dem Gasgrill, der ungefähr den halben Garten einnimmt. Es hat jedoch geschüttet wie aus Kübeln, das war dann wohl nicht mehr so Australier-mäßig, lecker war´s trotzdem.
...jedenfalls startete unser Boot in Fremantle (da waren wir auch schon an unserem ersten Wochenende, falls ihr euch wundert, warum euch der Name bekannt vorkommt) und dort waren wir am Nachmittag im Schiffswrackmuseum.
Hier erzähle ich euch die Geschichte der Batavia, so gut ich sie noch zusammenbekomme bzw. verstanden habe (unter der Verwendung von Hilfsmitteln aber ohne Garantie):
Hauptrolle der Geschichte: die Batavia, ein Segelschiff der VOC, der Niederlädischen Ostindien Kompanie
wichtige Personen: der Kapitän, der Oberkaufmann, der dem Kapitän gegenüber weisungsbefugt ist, der Unterkaufmann
Nebenrollen: über 300 Personen, darunter auch Frauen und Kinder, über die Hälfte jedoch Soldaten
Bewaffnung der Batavia: unter anderem Kanonen (eine davon auch im Museum zu besichtigen) zur Verteidigung und um die Interessen der VOC auf den Handelswegen des Indischen Ozeans zu vertreten
mit an Bord: 12 Truhen Silber für Gewürze und Textilien (einige der Taler sind ebenfalls zu besichtigen), stammen hauptsächlich aus dem Hl. Römischen Reich und sind datiert von 1542 bis 1628, es sind Münzen vertreten aus Hamburg, Lübeck, Braunschweig-Wolfenbüttel und vielen anderen Städten
außerdem mit an Bord: Bartmannkrüge (Scherben ebenfalls zu bestaunen, auch von anderen Schiffen), Gefäße hauptsächlich wohl für Bier, angefertigt in Frechen bei Köln
Ballast: ein Tor. Tragt mich nicht, warum sie ein Tor mitgenommen haben, ich weiß es nicht mehr
Texel, 28.10.1628: Die Batavia sticht in See und nimmt Kurs auf Batavia, dem Haupsitz der VOC im Osten, es handelt sich hierbei um das heutige Jakarta. Sie erreicht das Kap der Guten Hoffnung und die Mannschaft nimmt dort frisches Trinkwasser und andere Vorräte auf. Nach einigen Tagen geht die Reise weiter, solange bis der Ausguck meint, die Spiegelung des Mondes im Meer zu sehen. Allerdings handelt es sich dabei aber um die Brandung eines Riffes, genauer um das Morning Reef, Westaustralien, auf dem die Batavia dann auch aufläuft. Einige Menschen ertrinken, die meisten können sich auf kleine Insel retten, auf denen es leider kaum bis gar keine Nahrung und Trinkwasser gibt. Während der Kapitän und der Oberkaufmann mit einem Beiboot (sie haben natürlich auch ein paar Seeleute mit dabei) sich aufmachen, die restlichen Tausend Seemeilen zu bewältigen um Rettung herbeizuholen, bricht unter den Zurückgebliebenen eine Schreckensherrschaft unter dem Unterkaufmann aus. Frauen und Kinder werden zuerst getötet, es folgen noch viele weitere Tote, insgesamt über Hundert (ein Skelett mit Kopfverletzung und fehlenden Fuß ist in dem Museum zu besichtigen). Ein paar Seeleute retten sich auf eine benachbarte Insel und können so den zurückkehrenden Oberkaufmann warnen. Dem Unterkaufmann wird kurzer Prozess gemacht, zwei Meuterer in Westaustralien ausgesetzt, weitere in Batavia ins Gefängnis gesteckt.
Die Batavia ist das erste VOC-Wrack Australiens.
Interessantes: zu den Olympischen Spielen kam eine nachgebaute Batavia aus den Niederlanden herbeigesegelt
beinahe geklärte Fragen: warum Jakarta Batavia hieß: Batavia war der lat. Name für das Gebiet der Niederlande, die Bataver ein germanischer Volksstamm
noch zu klärende Fragen: warum der Zwist zwischen Kapitän und Oberkaufmann zum Auflaufen führt und warum der Kapitän am Ende auch im Gefängnis sitzt (lest mal den Artikel in wikipedia)
auch im Museum erklärt: warum der Taler Taler heißt, aber das müsst ihr selbst herausbekommen.

So, nach dieser Erzählrunde kommen jetzt noch ein paar Bilder, die Martin auf dem Heimweg gemacht hat.
Dachtet ihr eigenltich auch immer, dass der Eukalytus halt so ein Baum sei, oder blamiere ich mich jetzt damit?
Liebe Grüße
Anna










Heute war ein eher fauler Tag mit einem schönen Spaziergang am Swan River - Ufer mit vielen schönen Bildern: 


Mal schauen, wie das mit dem Internet in Zukunft so aussieht, im Moment schicke ich das über ein ungesicherstes WLAN, das uns ein unwissender Australier freundlicherweise zur Verfügung stellt :)