Gerne würde ich jetzt mit stolzgeschwellter Brust meinen virtuellen Geldbeutel zücken:
Mein Haus! Mein Auto! Mein Pferd!
Unser Haus! Unser Rad! Unsere Arbeit!



Außerdem ist die Lage so gigantisch gut, wie ich das nie erwartet hätte, nachdem mir mal die Ausmaße von Perth klar geworden sind. Martin ist in 5-8 Minuten an unserem Arbeitsplatz, ich brauche zu Fuß doch wesentlich länger, obwohl ich eigentlich nur an das andere Ende eines Golfplatzes muss.

Wir wohnen nahe einer Bushaltestelle und fast in der Nähe von einem Bahnhof, über den wir auch schnell in der Innenstadt (wo wir heute nach einer weiteren missglückter Runde Fahrradsuche für mich waren) also dem eigentlichen Perth sind. Strenggenommen ist Perth nämlich nur das Zentrum dieser ganzen Menschen- und Gebäudeansammlung . Sobald ich genauer weiß, wie diese Stadt verwaltungstechnisch organisiert ist, kann ich gerne davon erzählen. Der Ungeduldige kann auch auf Wikipedia nachlesen und wird dort auch lesen können, dass Perth (oder die Gegend von Perth) bei den Aborigines „Ort mit viel Sonne“ heißt. Heute hat es geregnet. Damit habe ich nicht gerechnet. Viele Perthianer aber offensichtlich auch nicht, denn kaum einer hatte einen Regenschirm dabei, viele Vordächer sind undicht und das Wasser kann nicht so richtig abfließen.

Auf jeden Fall wurde uns erzählt, dass diese Stadt in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Entwicklungsschub durchgemacht habe und es hier so in den 50ern noch richtig Wilder Westen gewesen sei. Doch was will man erwarten, wenn es wohl bis 1970 erlaube war, einen Aborigine zu erschießen, wenn man auf einem Pferd saß - und auch dazu kann ich als Quellenangabe nur das Mittagessengespräch angeben. Genauso wie erzählt wurde, dass man, überfährt man ein Känguru, zwei Formulare ausfüllen muss, überfährt man einen Aborigine, nur eines. Auch haben wir das Gefühl gehabt, dass, als uns von einer waschechten Australierin „unsere ersten Aborigines“ gezeigt wurde, da auch eine gehörige Portion Geringschätzigkeit mitschwang. Jedoch muss ich zugeben, dass ich überhaupt keine Ahnung über Aborigines habe, aber wenn ich mit dem Buch „Eine kleine Geschichte Australiens“ fertig bin, kommt das Buch „Aborigines“ an die Reihe, was nicht heißen soll, dass ich danach Ahnung haben werde, aber vielleicht eben ein bißchen mehr Ahnung. Ja, natürlich habe ich mich mit Büchern gut eingedeckt, was für eine Frage!
Wilder Westen mit Weihnachtsdeko
Martins Fahrrad:
hat er für die Qualität des Fahrrads sehr günstig bekommen und zwar von einem Menschen, der sein Fahrrad an einen Second-Hand-Händler verkaufen wollte, aber von dem Angebot enttäuscht war, genauso wie wir enttäuscht waren von dem Angebot an Fahrrädern.

Nach dem Erwerb des Fahrrads musste sich Martin auch schleunigst einen Helm kaufen, denn hier gilt seit über 10 Jahren eine Helmtragepflicht. Eigentlich finde ich so eine Helmpflicht sinnvoll. Dann habe ich aber gelesen, dass es eine Studie über Fahrrad fahrende Kinder gibt, die zeigt, dass mit Einführung der Helmpflicht zwar der prozentuale Anteil der Helmträger unter den Fahrradfahrern gestiegen ist, die Zahl der Fahrradfahrer insgesamt aber abgenommen hat. Auch ist insgesamt die Zahl der Unfälle mit Kopfverletzungen gesunken, prozentual bezogen auf die Zahl der Fahrradfahrer aber gestiegen, was darauf zurückgeführt wird, dass mit weniger Fahrradfahrern auch das Bewusstsein für Fahrradfahrer im Verkehr sinkt. (Wer Konkreteres darüber lesen möchte, kann z.B. die Seite des Deutschen Fahrradclubs besuchen.)
Unsere Arbeit:
Ist eigentlich die gleiche geblieben, also ich mache zumindest genau da weiter, wo ich aufgehört habe. Aber das Gebäude ist recht nett:
So, morgen gehen wir Wale angucken, hoffentlich sind welche da.
Viele Grüße
Eure Anna
PS: Es leben die Schachtelsätze!
1 Kommentar:
Hi Anna, ist ja cool euer Haus. Glueckwunsch! :-)))
Lg Liv
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