Samstag, 20. Dezember 2008

tschüss!!

So, die Route ist geplant, Auto schon teilweise gepackt und morgen geht es los zu unserer 2-Wochen-Reise Ost/Nord WA.

Wir wünschen euch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bis 2009,
liebe Grüße
Martin und Anna

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Gestatten: Missy und Molly

Nun, wir müssen unser Haus nicht nur mit unserer Mitbewohnerin Jess teilen, sondern es gibt auch noch zwei Katzen: Molly und Missy.
Die beiden sind äußerlich und innerlich wie schwarz und weiß. Molly, schwarz, ist richtig verschmust und kann kaum genug Nähe bekommen. Selbst beim Gang aufs Klo oder beim Zähne putzen umschmiert sie noch unsere Beine und muss richtiggehend abgedrängt werden. Anna kann sie schon ganz schon auf die Nerven gehen - Katzenhaare mag sie ja nicht so...
Glücklicherweise hat Molly ein Glöckchen spendiert bekommen, dass ihr Kommen manches mal ankündigt und man sich auf ein Umschmiertwerden einstellen kann.



Bei Missy (weiß) ist es schon ein Kunststück sie näher als aus 2m Entfernung anzugucken ohne dass sie gleich aus Angst wegrennt. Sie ist immer sehr ängstlich und wenn man sie sieht, dann meistens auf der Fluch. Einmal bin ich aber so nah an sie herangekommen, dass ich ihr Fell kurz streicheln konnte - dann war sie aber auch schon weg. Heute hatte sie wohl einen guten Tag und ich konnte tatsächlich ein paar Fotos machen. Habt ihr schonmal eine Katze mit so verschiedenfarbigen Augen gesehen!?


Seltsamerweise ist es zwischen den beiden Katzen eher anders herum: da scheint eher Missy die Hosen anzuhaben - kleine Kappeleien gehen meist von ihr aus.



Das Ziel ist klar: bis mitte Februar wird Missy zum Schnurren gebracht ;)

Dienstag, 16. Dezember 2008

in Margaret River und um Margaret River drumrum

Hallo zusammen,

ich muss sagen, bisher waren wir ziemlich ausgeglichen – zumindest in unseren Reiserichtungen (sonst natürlich auch). Diesmal war nämlich mal wieder die südliche Richtung an der Reihe. An unserem Ziel von vor zwei Wochen mehr oder weniger vorbei sind wir am Freitag Abend zu unserem ersten Etappenziel gefahren: Busselton. Busselton ist besonders stolz auf den längsten hölzernen Pier der südlichen Hemisphäre. Allerdings läuft man die meiste Zeit auf Betonplatten, auch wenn der Unterbau hölzern ist. Von dort aus konnten wir einen wunderbaren Sonnenuntergang beobachten.


Jetty

Die südlichen Hundert Kilometer der Westküste sind etwas in den Westen gerückt, so dass hier zwei Caps entstehen, das nördliche davon ist das Cap Naturaliste. Wer sich meine äußerst plastische Beschreibung nicht vorstellen kann, ziehe bitte einen Atlas zu Rate. :)
An dem Cap Naturaliste steht ein winzig kleiner Leuchtturm, den wir nicht besichtigt haben, dafür sind wir ausgiebig um ihn herum gewandert und sind so das Cap abgelaufen. Hier habe ich meine ersten Surfer in natura gesehen - es gibt sie also wirklich.

Cap Naturaliste

Übernachtet haben wir die zweite Nacht auf einem Buschcampingplatz, durch den sogar ein Känguru gehüpft ist. Eine halbe Stunde nach der Begegnung mit dem Känguru gab es Kängurusteak zum Abendessen - schließlich empfiehlt der höchste Umweltberater der australischen Regierung, mehr Kängurufleisch zu essen (statt Rindfleisch natürlich).


Früstück mit Zelt


Ein ausgesprochenes Highlight war der Besuch der Giants Cave. In der Gegend von Margaret River gibt es einige Tropfsteinhöhlen, darunter eben auch die Giants Cave, die für Besucher freigegeben ist. Man durchläuft sie nicht im Rahmen einer Führung, sondern bekommt einen Helm und eine Lampe in die Hand gedrückt und erkundet die Höhle auf eigene Faust. Und auch wenn immer klar ist, wo der Weg langgeht und auch klar ist, dass vorher schon zig Tausende diese Höhle besucht haben, kommt beim Ausleuchten der Höhlen und Hochkraxeln von Leitern durch Felspassagen schon so ein klein bisschen Entdeckerfieber auf. Hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht!

Eingang

kann man denn wirklich oben/unten schielen?!


Auf dem Heimweg haben wir einen Abstecher zu einem 1838 erbauten Farmershaus gemacht. Georg Layman hat das ihm zugewiesene Gebiet Wonnerup genannt. Warum er das getan hat, ist mir allerdings nicht ganz klar geworden, das heißt nämlich „Platz der Grab- oder Kampfstäbe der Frauen“. Angegliedert war eine Ein-Lehrer(in)-Schule, in der eine Australien-Karte von 1946 hing, an der man die Einwohnerzahlen der einzelnen Staaten ablesen konnte. Das Northern Territory hatte zum Beispiel nur 5000 Einwohner. Allerdings war die Schule zum Erscheinungsdatum der Karte schon 35 Jahre geschlossen.


Schul- und Lehrerhaus

So, nächste Woche geht es erst einmal in den Osten, Abwechslung muss sein!
Viele Grüße!

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Pinnacles

Hallo zusammen,




der letzte Samstag war der bisherige Höhepunkt in meiner bisherigen Zeit in Australien, würde ich sagen. Nicht, dass das besonders schwierig wäre nach nur drei Wochen, dennoch möchte ich euch von dem Wochenende erzählen.

Wir sind mehr oder weniger entlang der Küste etwas mehr als 250 km in den Norden gefahren. Dort im Nambung National Park liegt die Pinnacles Desert, wobei Martin meinte, er fände e ja schon etwas merkwürdig ein vier Quadratkilometer großes Gebiet Wüste zu nennen. Pinnacles sind Kalksteinsäulen, die aus dem Sand herausragen - die korrekte Übersetzung ist allerdings eher „Spitze“. Innerhalb von aus Muschelkalk und Quarz gebildeten Wanderdünen hat sich der Kalkstein an Pflanzenwurzeln besonders verhärtet und ist nun als Pinnacle zurückgeblieben, während der Quarzsand wegerodiert ist. (Ha, alles erklärt in einem Satz! Ob das so verständlich war, findet ihr ja selbst heraus) Eine Aborigine-Legende besagt, dass die Pinnacles die Finger von jungen Männern sind, die trotz vorheriger Warnung im Sand versunken sind.



Übrigens: wer einmal nach und in Westaustralien reisen möchte, dem lege ich wärmstens das Buch „Westaustralien und das Top End“ von Günther und Mohr ans Herz.

Durch das Gebiet führt eine Piste für die vielen Touristen, die dann (okay, zugegeben, wir auch) mit dem Autos um die Pinnacles herum fahren. Immerhin sind wir ab und zu ausgestiegen und herumgelaufen. Allein die Tatsache, dass da eine Straße hindurchführt, finde ich doch sehr abstrus.





Nach einem Grillen am Strand auf einem der öffentlichen Grills, die hier wirklich überall herumstehen, und Baden im Indischen Ozean, sind wir wieder zu den Pinnacles zurückgekehrt . Sonnenuntergang; aufkommender Wind, der den Sand aufwirbelt und in Schlangenlinien davon trägt; Pinnacles im Mondlicht; Sterne angucken – ich habe es sehr genossen.
Drei Kängurus, die uns beim Rückweg über den Weg gehüpft sind, haben den Tag perfekt gemacht. Der krönende Abschluss war jedoch die Polizeistreife, die uns mit Blau- und Rotlicht gestoppt hat und von Martin einen Alkoholtest haben wollte.




Am Sonntag haben wir uns wieder viel Zeit für den Rückweg gelassen und haben zum Beispiel eine kleine Wanderung durch den Badgingarra-Nationalpark unternommen, ausnahmsweise auf einem schön kleinen Pfad.



Düne bei Lancelin, auch auf dem Rückweg

Heute haben wir zum ersten Mal Lohn bekommen. Daraufhin haben wir gleich unsere Bankkarten aktivieren lassen und zwei Minuten später hatte der Geldautomat meine ganz frische Bankkarte aufgefressen gehabt. Nachdem ich mich schon gesehen habe, wie ich zu der Bankdame gehe, die mir gerade die Karte freigeschaltet hatte, und ihr sage, dass ich jetzt gerne eine neue hätte, hat eine Australierin, die das Problem schon kannte und auch Geld abheben wollte, die Karte mit Schere, eigener Karte und etwas Geschick wieder herausoperiert.

An unserer Abendgestaltung müssen wir noch etwas feilen, aber heute haben wir schon Pläne für das nächste Wochenende gemacht, diesmal soll es Richtung Süden gehen.

Viele Grüße!

PS: Warum heißt das Känguru Känguru? Angeblich fragte Captain Cook nach dem Namen der Tiere, die Antwort war „kan ga roo“, was bedeutet: „ich verstehe nicht“ (gelesen in einem anderen empfehlenswertem Buch: Lutz, „Australien Natur-Reiseführer – Tiere und Pflanzen am touristischen Wegesrand“)


PPS: Wie wäscht ein Australier sein Auto? Er stellt seinen Jeep auf den Rasen neben eine Bespränkelungsanlage.

PPS: Woran erkennt man den Neuling im Linksverkehr? Beim Abbiegen gehen die Scheibenwischer an.

V6, 163 PS, 1,5 Tonnen - unser Magna

Anna hat es schon verkündet: wir haben ein Auto! Nachdem wir uns für die Fahrt zum recht nahen Yalgorup National Park ein Auto gemietet haben und ich mit dem Linksverkehr vertrauter war gefiel uns der Gedanke ein eigenes Auto zu haben immer mehr und ich schlenderte über den Albany Hwy an dem sich ein Autohändler an den nächsten reiht auf der Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Zwei Mitsubishi Magnas sind mir ins Auge gefallen, wobei sich dann doch herausstellte, das 1000 mehr investierte Dollar eine sinnvolle Investition sind.
Für $2700 konnte ich dann schließlich einen 1995er Mitsubishi Magna, V6 3.0l mit Aircondition, Automatic transmission und CD Radio und Cruise control und Power windows und niegelnagelneuem Ersatzrad mein Eigen nennen. Mit 227000 km ist er auch gerade erst eingefahren...wir hoffen mal, dass er das auch so sieht ;)



Mittwoch, 3. Dezember 2008



Hallo,

hier kommt Teil zwei des letzten Wochenendes.
Wir haben einen weiteren kleinen Rundweg abgelaufen, der einmal um ein Gebiet führte, das gerade brandgerodet worden war. Damit wird nicht nur das Brennmaterial für einen unkontrollierten Brand vernichtet, sondern auch einer uralten Tradition der Aborigines gefolgt, die das Feuer dazu nutzten um Land zu erschließen und einfacher jagen zu können. So haben sich dann auch immer mehr feuerresistente Pflanzen durchgesetzt. Einige Pflanzen brauchen die Waldbrände, damit ihre Fruchtkapseln aufspringen und die Samen herausfallen können - praktischerweise gleich auf einen nährreichen Boden.
In der Mitte des Weges kamen wir zu einem Vogelbeobachtungsversteck, das am Ufer des Sees aufgebaut war. Von dort aus konnten wir in aller Ruhe beinahe hundert schwarze Schwäne, das Wappentier von Westaustralien, beobachten, wie sie sich gemütlich auf dem See haben treiben lassen.
Der zweite Abschnitt des Weges war eine wahre Fußgängerautobahn (bis zu acht Anna-Schritte breit), teilweise parallel geführt zu einem Zaun, auf dessen anderer Seite wieder ein Weg war. Hier entdeckten wir leider ein totes Känguru.
Auf dem Rückweg nach Perth haben wir ein paar Schlenker gemacht, zum Beispiel zu einem Waldzentrum, das Wege mit Info-Tafeln im Angebot hatte. Alleine dadurch, dass wir nicht den Freeway genommen haben, konnten wir viel mehr sehen als bei der Hinfahrt.
Durch dieses Wochenende bin ich noch einmal ein Stück mehr in Australien angekommen, da ich endlich etwas anderes als „Stadt“ gesehen habe, und ich habe es sehr genossen.



Hier kommt aber jetzt erst die wirklich tolle Nachricht: Martin hat ein Auto gekauft! Näheres muss er euch selbst erzählen!

Montag, 1. Dezember 2008

Yalgorup National Park - Teil 1

Hallo zusammen,

das letzte Wochenende haben wir dazu genutzt, unsere nähere Umgebung zu erkunden. Nähere Umgebung war in unserem Fall der Yalgorup National Park, wobei das Wort Yalgorup „Platz mit Sumpf oder See“ heißt. Und tatsächlich bilden einige Seen diesen Nationalpark, der sich etwa 120 Kilometer südlich von Perth die Küste entlangschlängelt. Das Besondere dort sind die Thrombolithen in einem der Seen, dem Lake Clifton. Thrombolithen sind Bakterien, die Fotosynthese betreiben und bei diesem Prozess Kalk ablagern, dabei „wachsen“ sie pro Jahr einen Millimeter.
Ihr könnt sie hier bewundern:


Am Lake Clifton entlang führte ein kleiner Rundweg, jedoch wäre der Name „Weg der Spinnen“ wohl zutreffender gewesen. Alle paar Schritte wurden wir von mit zu sieben Zentimetern großen (incl. Beinen) Spinnen besetzten Spinnennetzen aufgehalten, die über den nicht gerade sehr schmalen Weg gespannt waren. Das Gefühl von klebenden Spinnweben im Gesicht und auf den Armen fand ich zwar nicht gerade so prickelnd, aber was wäre Australien ohne den geringsten Hauch von Abenteuer?
Dieses besonders stachelige (wobei „Stachel“ bestimmt nicht die korrekte Bezeichnung ist) Exemplar heißt Christmas Spider und es scheint so, als könnten wir dem Thema Weihnachten überhaupt nicht mehr entfliehen, auch wenn wir die „Jingle Bells“ – dudelnden Supermärkte hinter uns gelassen hatten.

Christmas Spider


andere Spinne



Außer vielen vielen Spinnen konnten wir zum Beispiel auch den Monarchfalter beobachten, der aufgrund seiner großen (bestimmt 10 cm) Flügelspannweite richtig lange Flugabschnitte einfach nur segeln konnte.
beim Weg frei Wedeln




Monarchfalter



Das Faszinierende war, dass sich auf dem Rückweg, obwohl wir uns bestimmt nur einige Meter parallel zu dem Hinweg bewegt haben, sich die Vegetation komplett geändert hat.

auf dem Rückweg


Nach der kleinen Wanderung war ich am Meer und Martin im Meer – sehr entspannend. Bei einem kleinen Umweg zurück zum Parkplatz begegnete uns dieses Tier, nach der Konsultation unseres Naturführers glauben wir, es ist ein Skink. Sollte es tatsächlich ein Skink sein, dann seht ihr gerade das Bild eines bei Kindern beliebtes Haustier (sagt unser Naturführer).

Skink?


Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz mit Plumsklo und Feuerstelle, die wir zum Zähneputzen verwendeten, mitten im Busch, in der Nähe von dem Martin´s Tank Lake.
Und vom zweiten Tag erzählen wir morgen, jetzt erst einmal: Gute Nacht!