Mittwoch, 10. Dezember 2008

Pinnacles

Hallo zusammen,




der letzte Samstag war der bisherige Höhepunkt in meiner bisherigen Zeit in Australien, würde ich sagen. Nicht, dass das besonders schwierig wäre nach nur drei Wochen, dennoch möchte ich euch von dem Wochenende erzählen.

Wir sind mehr oder weniger entlang der Küste etwas mehr als 250 km in den Norden gefahren. Dort im Nambung National Park liegt die Pinnacles Desert, wobei Martin meinte, er fände e ja schon etwas merkwürdig ein vier Quadratkilometer großes Gebiet Wüste zu nennen. Pinnacles sind Kalksteinsäulen, die aus dem Sand herausragen - die korrekte Übersetzung ist allerdings eher „Spitze“. Innerhalb von aus Muschelkalk und Quarz gebildeten Wanderdünen hat sich der Kalkstein an Pflanzenwurzeln besonders verhärtet und ist nun als Pinnacle zurückgeblieben, während der Quarzsand wegerodiert ist. (Ha, alles erklärt in einem Satz! Ob das so verständlich war, findet ihr ja selbst heraus) Eine Aborigine-Legende besagt, dass die Pinnacles die Finger von jungen Männern sind, die trotz vorheriger Warnung im Sand versunken sind.



Übrigens: wer einmal nach und in Westaustralien reisen möchte, dem lege ich wärmstens das Buch „Westaustralien und das Top End“ von Günther und Mohr ans Herz.

Durch das Gebiet führt eine Piste für die vielen Touristen, die dann (okay, zugegeben, wir auch) mit dem Autos um die Pinnacles herum fahren. Immerhin sind wir ab und zu ausgestiegen und herumgelaufen. Allein die Tatsache, dass da eine Straße hindurchführt, finde ich doch sehr abstrus.





Nach einem Grillen am Strand auf einem der öffentlichen Grills, die hier wirklich überall herumstehen, und Baden im Indischen Ozean, sind wir wieder zu den Pinnacles zurückgekehrt . Sonnenuntergang; aufkommender Wind, der den Sand aufwirbelt und in Schlangenlinien davon trägt; Pinnacles im Mondlicht; Sterne angucken – ich habe es sehr genossen.
Drei Kängurus, die uns beim Rückweg über den Weg gehüpft sind, haben den Tag perfekt gemacht. Der krönende Abschluss war jedoch die Polizeistreife, die uns mit Blau- und Rotlicht gestoppt hat und von Martin einen Alkoholtest haben wollte.




Am Sonntag haben wir uns wieder viel Zeit für den Rückweg gelassen und haben zum Beispiel eine kleine Wanderung durch den Badgingarra-Nationalpark unternommen, ausnahmsweise auf einem schön kleinen Pfad.



Düne bei Lancelin, auch auf dem Rückweg

Heute haben wir zum ersten Mal Lohn bekommen. Daraufhin haben wir gleich unsere Bankkarten aktivieren lassen und zwei Minuten später hatte der Geldautomat meine ganz frische Bankkarte aufgefressen gehabt. Nachdem ich mich schon gesehen habe, wie ich zu der Bankdame gehe, die mir gerade die Karte freigeschaltet hatte, und ihr sage, dass ich jetzt gerne eine neue hätte, hat eine Australierin, die das Problem schon kannte und auch Geld abheben wollte, die Karte mit Schere, eigener Karte und etwas Geschick wieder herausoperiert.

An unserer Abendgestaltung müssen wir noch etwas feilen, aber heute haben wir schon Pläne für das nächste Wochenende gemacht, diesmal soll es Richtung Süden gehen.

Viele Grüße!

PS: Warum heißt das Känguru Känguru? Angeblich fragte Captain Cook nach dem Namen der Tiere, die Antwort war „kan ga roo“, was bedeutet: „ich verstehe nicht“ (gelesen in einem anderen empfehlenswertem Buch: Lutz, „Australien Natur-Reiseführer – Tiere und Pflanzen am touristischen Wegesrand“)


PPS: Wie wäscht ein Australier sein Auto? Er stellt seinen Jeep auf den Rasen neben eine Bespränkelungsanlage.

PPS: Woran erkennt man den Neuling im Linksverkehr? Beim Abbiegen gehen die Scheibenwischer an.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey Anna,

die Pinnacles sehen ja cool aus. Du haettest dich aber mal daneben stellen sollen fuers Foto. Dann koennte man besser einschaetzen wie hoch die sind. :-)

Lg Liv

Anonym hat gesagt…

Hey Anna!

diese kleine Wüste sieht ja echt schön aus, vor allem mit dem Meer im Hintergrund!
Ich frag mcih, wo ihr auf euren Wochenendtouren immer übernachtet? Im Zelt? Im Hostel? unter freiem Himmel?

Liebe Grüße,
Brini

Kirschkernweitspuckmeister hat gesagt…

Hi Liv, hi Brini,

schön, dass ihr euch hier was geschrieben habt, so sehe ich immerhin, dass der Blog gelesen wird :)
Stimmt, über die Größe der Pinnacles hatte ich gar nichts geschrieben. Die auf dem ersten Foto waren etwa 1,5 - 2 Meter hoch. Die größten sind etwa 5 Meter hoch oder sie ragen nur ein paar Hand breit aus dem Sand heraus. Aber da die Düne wandert (ein paar wenige Zentimeter im Jahr), ändert sich das wieder. Ein paar Pinnacles werden verschüttet, andere wieder freigelgt.
Was unsere Übernachtungssituation angeht: kommt im nächsten Eintrag. :)