Nachdem wir ja mit vier Übernachtungen richtig lange an ein und demselben Ort geblieben sind, sind wir am 11, Tag unserer Reise nach Denham an der Shark Bay gefahren. Allerdings nicht ohne einen kleinen Umweg zu dem Blowholes zu machen. Dort ist das Gestein an der Küste sehr porös und die Wellen drücken das Wasser einfach durch den Stein, sodass es an verschiedenen Stellen in kurzen Abständen als Fontäne herausschießt. Mitternacht und damit auch den Jahreswechsel haben wir verschlafen, weshalb Peter der Meinung ist, dass ich noch im Jahre 2008 lebe :). Wir sind aber auch nicht geweckt worden von einem Feuerwerk, mittlerweile habe ich erfahren, dass der Kauf von Raketen für Privatpersonen wohl verboten ist.
Der nächste Tag war unser Touristen Tag. Wir sind nämlich zu Monkey Mia gefahren, wo jeden Tag halbwilde Delfine gefüttert werden, falls sie denn kommen. Wir haben zwei Delfine gesehen, von denen allerdings nur einer gefüttert wurde, da nur Weibchen was bekommen, Männchen könnten zu aggressiv sein. Auf der Katamaran-Fahrt (wow, ich bin mit einem Katamaran gefahren! Das fand ich aber wahrscheinlich nur so toll, weil ich Waterworld gesehen habe :) ) haben wir Kormorane gesehen (das wurde uns mit 100%iger Sicherheit versprochen), außerdem Delphine, eine Seeschlange und Dugongs. Kennt ihr Dugongs, auf deutsch Gabelschwanz-Seekuh? Leider haben wir sie immer nur teilweise gesehen, aber die Bilder, die wir auf dem langweiligsten Walk der ganzen Reise gesehen haben, sahen eher nach einem Tier aus, das ich in die gleiche Ecke stecken würde wie den Wolpertinger und den Elwetritsch, als dass ich geglaubt hätte, dass es das tatsächlich gibt. Ich muss wohl noch nach mehr Bildern suchen. Walhaie und Manta-Rochen haben wir dagegen leider nicht gesehen.
Den Shell Beach haben wir noch gesehen, das ist ein Strand, der nur aus kleinen weißen Muscheln besteht. Diese Muscheln zementieren irgendwie – wie, warum weiß ich alles nicht, aber aus diesen zementierten Muscheln werden oder eher wurden in der Form von Bauklötzen zum Hausbau verwendet, wie wir später bei der Kirche von Denham gesehen haben.
Am Abend haben wir auf dem Campingplatz drei Freunde von Tobi getroffen. Ich werde mich wohl eine Weile lang nicht mehr über Sprüche wie „Die Welt ist klein!“ beschweren :)
Der letzte Nationalpark auf unserer Rundreise war der Kalbarri-Nationalpark und ich muss sagen, wahrscheinlich wären wir von den Nationalparks beeindruckter gewesen, wenn wir die Reise in umgekehrter Richtung unternommen und uns das Highlight, den Karijini-NP erst nach dem Kalbarri-NP und dem Cap Range NP gesehen hätten. Aber auch so haben wir verschiedene Ausblick-Stationen besucht und haben den unglaublich bunten Sandstein bewundert. Auf dem Weg durch den Nationalpark haben wir eine Familie aufgegabelt, denen das Benzin ausgegangen ist, und haben sie zur Tankstelle (und zurück) gefahren. Endlich konnte ich auch einmal „no worries“ sagen, denn in Australien ist sowieso und überhaupt alles „kein Problem“. Es ist die Allround-Antwort auf einfach alles. Den Tag haben wir mit einem leckeren Essen bei Finleley´s Fresh Fish BBQ beschlossen und es war der Beweis dafür, dass es in Australien den Fisch auch in anderer Zubereitungsart gibt als frittiert mit Pommes.
Bevor wir weiter gezogen sind, haben wir uns die Küste des Nationalparks noch genauer angeschaut, sind ein bisschen rumgelaufen und haben Muscheln gesammelt. Auf dem Weg sind wir bei der Hutt Lagoon, einem rosa Salzsee vorbeigekommen. Es war an dem Tag ein bisschen bewölkt und wir, bzw. Martin noch besser, weil er eine Sonnenbrille getragen hatte, haben die Lagune schon von weitem gesehen, da sich das Rosa in den Wolken widergespiegelt hat. Der weitere Weg hat uns durch Geralton, vorbei an Schiefen Eukalyptusbäumen nach New Norcia gebracht. New Norcia wurde gegründet als Mission, die Gebäude sehen aus, als sei man versehentlich in Spanien gelandet, wodurch sie einfach deplatziert wirken. Da wir vorher in unseren Reiseführern über das zweifelhafte Vorgehen der Mission gelesen hatten ( z.B. dass die Waisenkinder, die im Waisenheim aufgenommen wurden, nicht zwangsläufig Waisen waren, sondern ihren Eltern weggenommen oder mit dem Versprechen auf gute Ausbildung von den Eltern weggelockt wurden, und anschließend als billige Arbeitskräfte gesehen wurden), haben wir das Städtchen mit eher gemischten Gefühlen betrachtet.
Von New Norcia war es nicht mehr weit zurück nach Perth, wo wir am Abend nach 14 Tagen und 5 Tausend 600 irgendwas Kilometern wieder ankamen.




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