Am dritten Tag unserer Reise haben wir uns aufgemacht nach Coolgardie, dabei haben wir 116km auf einer unbefestigten Straße, auf der wir unseren ersten Emu gesehen haben, zurückgelegt. Coolgardie wird betrachtet als die Mutter der Goldfields, hindurch führt eine extrem breite Straße, die gesäumt wird von einigen Gebäuden, die aus der Blütezeit der Stadt übrig geblieben sind. Um 1897 hatte die Stadt 15 000 Einwohner, heute sind es 1500, dazwischen ist die Einwohnerzahl auch mal auf nur 200 gesunken. Der Goldrausch wurde ausgelöst von dem Fund von 16,8kg Gold an nur einem Abend mit der Spitzhacke. Das Problem in der ersten Zeit war die Wasserversorgung. Das Problem wurde dadurch gelöst, dass eine Pipeline von Perth gelegt wurde. Sobald ich es geschafft habe, in Google Maps eine Karte zu kreieren (das ist etwas umständlicher, weil da viele Straßen, die wir genommen haben, gar nicht drauf sind), müsst ihr euch mal anschauen, was für eine Entfernung das ist. Die Pipeline wurde übrigens 1903 eröffnet.
Unsere zweite Station in den Goldfields war am nächsten Tag Kalgoorlie, mit beinahe 30 000 EW eine echte Großstadt, ich hatte sogar Empfang (zum ersten Mal seit dem Verlassen von Perth). An der Hauptstraße kann man auch hier wieder historische Gebäude bewundern. Bei Kalgoorlie befindet sich der Super Pit, eine Open-Cut Mine, ein riesiges Loch mit den Maßen 3,8km x 1,6km und ca 400m Tiefe. Wir standen an einem Aussichtspunkt am Rand der Mine und haben den Minenfahrzeugen bei der Arbeit zugeschaut. In eine Schaufel der Bagger passen 55 Tonnen Material, in ein Fahrzeug passen drei Schaufeln. Auf diese Weide werde pro Stunde 1600 Tonnen Material, das Gold im Wert von $70 000 enthält, aus der Mine heraus befördert. Das kann man lesen und auch glauben, zumal auch eine echte Schaufel zu Anschauungszwecken neben dem Ausguck platziert ist, wenn man aber da oben steht, könnte man sich genauso gut auch im Miniaturwunderland befinden, es ist auch überhaupt kein Lärm zu hören. Eine Sprengung, die für genau die Zeit, in der wir da waren (oder dann eben wieder gekommen sind nach einem kurzen Mittagessen), angesetzt war, wurde leider wegen unpassender Wetterverhältnisse um unbestimmte Zeit verschoben. Wir waren dann noch in einem Freilichtmuseum, wo wir an einer Führung durch eine Untertagemine teilgenommen und an einer Gold-Gieß-Vorführung teilgenommen und das heftigste Gewitter, an das ich mich erinnern kann, erlebt haben. Abends ging die Fahrt weiter nach Leonora auf einer Strecke, auf der Road-Trains mit einer maximalen Länge von 53,3m fahren dürfen. In Leonora angekommen, war die Reaktion der Verwalterin des Campingplatzes etwas verwirrt, ob wir denn wirklich dort campen wollten.
Von Leonora aus ist es am nächsten Tag nicht mehr weit gewesen zu ihrer Zwillingsstadt Gwalia, die mittlerweile zur Geisterstadt geworden ist. Die Hütten der Arbeiter wurden vor dem völligen Verfall gerettet, bei manchen Hütten sieht es wirklich so aus, als hätten die Bewohner nur das nötigste zusammengepackt um ihr Heim zu verlassen. Tatsächlich schrumpfte wohl die Einwohnerzahl innerhalb von ein paar Tagen von mehreren Hundert auf eine kleine Handvoll, als die Miene Anfang der 60er geschlossen wurde. Für den Massenumzug wurden sogar extra Züge gemietet. Außer den Hütten kann man als Zurückgelassenes auch noch Ziegen sehen bzw die Nachkommen der von Italiener für Polenta importierten Ziegen. Das Freilichtmuseum mit der Hoover-Hütte hatte leider geschlossen, denn mittlerweile war ja der 24.12.. Ja, genau Hoover, wie Präsident Hoover – ein und derselbe.
Weiter ging es nach Newman. Auf den 750km, von denen 192km unbefestigt waren (nein, wir hatten keinen Platten), haben wir eine Sandhose, einen Salzsee, riesige Abraumberge unterschiedlichster Farbe gesehen, außerdem Benzin mit dem Kanister nachgefüllt, da die Zapfsäule bei dem auf dem Weg liegenden Roadhouse kaputt war, und außerdem den südlichen Wendekreis überquert. Zur Feier des Tages haben wir in einem Pitstop Pizza gegessen.
Coolgardie
Kalgoorlie
Super Pit

Gwalia
unterwegs
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